Sir Karl Jenkins
'The Armed Man - A Mass for Peace'


Zum 40-jährigen Bestehen unseres KonzertChores reifte im Chor die Idee, für dieses Jahr ein Stück auszuwählen, das bereits 2006 aufgeführt wurde und das bei den Sängerinnen und Sängern besonders in Erinnerung geblieben ist. Im Angesicht der momentanen, von vielen im Vergleich zur Vergangenheit als sehr unsicher empfundenen Weltlage fiel die Wahl schnell auf 'The Armed Man - A Mass for Peace' von Sir Karl Jenkins.
Das Werk entstand 1999 als Auftragsarbeit des Royal Armouries Museums. Es verarbeitet Texte und Lieder aus verschiedenen Jahrhunderten zu einem neuen Gesamtwerk von besonderer Kraft und ist den Opfern des Kosovokrieges (1998-1999) gewidmet.
Es beginnt mit dem altfranzösischen Chanson „L'Homme Armé' - Der bewaffnete Mann“ mit dem Aufruf, sich angesichts der Bedrohung selbst zu bewaffnen, ein Thema, das bereits im Rahmen der Einführungsveranstaltung am 18.5.2026 behandelt wurde.
Nach diesem Einstieg reflektiert das Werk verschiedene Gebete unterschiedlicher Religionen, den muslimischen Gebetsaufruf „Call to Prayers“, das christliche „Kyrie - Herr, Erbarme Dich“ und - in dieser besonderen Aufführung ergänzt - den jüdischen Friedenssegen „Sim Schalom“, bevor die Aggressionen textlich und musikalisch steigen. In „Hymn before Action“, dem Lobgesang vor der Schlacht, wird der heilige Zorn beschworen und die kriegerischen fürchterlichen Handlungen finden ihre musikalische Entsprechung im kakophonischen, donnernden „Charge! - Angriff!“.
Der Stille nach dem Angriff und den Kampfhandlungen folgen die Schrecken und die Trauer der Hinterbliebenen „Angry Flames - Zornige Flammen“ und „Torches - Fackeln“. An dieser Stelle nahm sich der Chor eine weitere interpretatorische Freiheit und verlas Erfahrungsberichte von Frauen aus dem Kosovokrieg. Wie in der Einführungsveranstaltung durch Dr. Kroll angemerkt, werden die Frauen und Mädchen im Rahmen kriegerischer Handlungen oft besonderen Grausamkeiten ausgesetzt, werden aber in den Erzählungen und Analysen der Kriege wenig beachtet, obwohl sie eine wesentliche Rolle für die Gestaltung und Sicherung des anschließenden Friedensprozesses spielen. Es war dem KonzertChor ein wichtiges Anliegen, diesen Opfern mit der Hinzunahme der Erfahrungsberichte eine Stimme zu geben.
Nach dem Kampf, dem Schrecken und der Trauer ändert sich wiederum der Charakter des Stückes, um im stillen und gefühlvollen „Benedictus“ die Schrecken zu überwinden und im energetischen positiven „Better is Peace - Besser ist Frieden“ zu enden.
Die Markuskirche in Butzbach bietet hier den perfekten Rahmen für ein gelungenes Konzert. Mit dem Chor in der Mitte und der Sinfonietta Frankfurt in großer Besetzung - schon fast mit dem Publikum verschmelzend - ergab sich am 14. Juni ein besonderes Konzerterlebnis. Die 450 Zuschauerinnen und Zuschauer waren so beeindruckt, dass nach Verklingen des letzten Teils, vom KonzertChor gefühlvoll a capella vorgetragen, zunächst Stille herrschte, bevor der Applaus einsetzte.
Die Wahl dieses besonderen Stückes hat sich als richtig erwiesen, um einerseits den Bedenken und dem Gefühl von Unsicherheit über das Werk Ausdruck zu geben und andererseits das 40-jährige Bestehen des Chores mit einem außergewöhnlichen Ereignis zu feiern.


Joseph Haydn
'Die Schöpfung 2.5' - Ein Ringen mit dem/um das klassische(n) Oratorium

Die heutigen Aufführungen klassischer Werke stehen oft unter dem Verdacht eines unzeitgemäßen „elitären Historienkults“, doch ihre musikalische Qualität erweist sich bei näherer Beschäftigung als zeitlos und mustergültig. Während Haydns Musik in ihrer Neuartigkeit, Bildhaftigkeit und kompositorischen Ausgewogenheit weiterhin überzeugt, geraten einzelne Texte – insbesondere im dritten Teil der Schöpfung – aus heutiger Sicht wegen veralteter Menschen- und Frauenbilder in Kritik. Das Projekt des KonzertChors und der beteiligten Schulen suchte daher nach zeitgemäßen Vertiefungen und Kommentaren, indem es problematische Passagen ersetzte, musikalische Strukturen ergänzte und alternative Texte wie die „Weissagung der Cree“ einbettete. Durch kompositorische Techniken wie Loops, Kanonbildungen und Rückwärtsprojektionen sowie durch den Einbezug moderner Stimmen – etwa Jane Goodalls Hoffnungstexte – wurde Haydns Werk behutsam erweitert, ohne seine musikalische Substanz zu verändern. So entsteht eine heutige Interpretation, die Haydns Idee von Ordnung, Licht und Menschheitsverantwortung neu beleuchtet und mit einem hoffnungsvollen Appell an Verständnis, Fürsorge und gemeinsames Handeln schließt.




 

Henry Purcell
'Dido and Aeneas'

Nach der musikalisch sehr herausfordernden ultimativen Messe von Johann Adolf Hasse, der umjubelten deutschen Erstaufführung einer Tangomesse und der Konzertreise nach Italien im vergangenen Herbst möchte sich der KonzertChor in seinem nächsten Programm dem Weltlichen zuwenden.
Diesmal soll „Dido and Aeneas“ von Henry Purcell (1659-1695), eine der ersten Opern der englischen Musikgeschichte überhaupt, aufgeführt werden, wobei im Gegensatz zu anderen Inszenierungen der Chor deutlich im Mittelpunkt stehen wird. Da die Musik des Prologs zu dieser knapp einstündigen Oper verschollen ist, werden weitere berühmte Chorsätze Purcells die Rahmenhandlung ergänzen und versuchen, den gesamten Komponisten dem Publikum näherzubringen. Das choreographische Regiekonzept zu dieser rhythmisch reizvollen, stets am Tanz orientierten Musik des englischen Frühbarock wird insbesondere auch den sagenumwobenen, überraschenden Tod des gerade 36-jährigen Purcell, der bald danach schon als Orpheus Britannicus und als der bedeutendste englische Komponist verehrt wurde, mit der Handlung verknüpfen und teilweise neue, „entstaubte“ Wege gehen – mehr als eine rein konzertante Aufführung, mehr als einfach nur ein neues Programm!

Artikel aus der Wetterauer Zeitung


 Alberto Bustos ´Misa Tango´ und Johann Adolf Hasse ´Missa Ultima´

Menschliche Leidenschaft trifft Tradition. Erfahrung vereint sich mit Freiheit und Fortschritt, Ungewohntem und Experiment, mit Ursprung und Sehnsucht der Menschen nach Halt und Wurzeln oder dem Drang nach Entfaltung in Handeln und Kunst. Alles ist bewusste Lebensfreude, die uns tanzen lassen möchte, egal ob ärmlich Tango oder höfisch Menuett. Sie sprengt Fesseln und blickt über den Tellerrand hinaus, treibt an, erlaubt einen Perspektivwechsel. 

Nach dem Mozart-Requiem war der KonzertChor auf der Suche nach einem neuen, mal ganz anderen Chorwerk und die Tango-Messe kam ins Spiel - mit ihrer komplexen Rhythmik, bewussten Dissonanzen und trotz allem stets hörbare, folkloristische Leichtigkeit bei teilweise komplexer Polyphonie. Ganz anders und doch ähnlich ist Johann Adolf Hasses (1600-1783) letzte Komposition, die Missa ultima in g aus dem Jahr 1783, die der hochbetagte Komponist „seinem“ Dresdner Hof widmet, geprägt vom Hochbarock bis in die Klassik.

(Auszug aus dem Programmheft des Konzerts, von Chorleiter Andreas Ziegler. Hier gibt es das Programmheft zum Download.)

"Es sind die Raritäten, die Musizierenden und Publikum ganz besondere Freude schenken. Die deutsche Erstaufführung der Misa Tango [...] war ein solch beglückendes Erlebnis."

(Zitat aus der Butzbacher Zeitung)




 

Felix Mendelssohn Bartholdy
´Elias´

Elias, der alttestamentarische Prophet, war für den zum evangelischen Glauben konvertierten Juden Felix Mendelssohn Bartholdy eine Auseinandersetzung mit seiner eigenen religiösen Vergangenheit. Nach zehnjähriger Arbeit an dem Oratorium fand die Uraufführung des "Elias" 1846 auf dem Musikfest in Birmingham in der damals üblichen Monumentalbesetzung statt. Das Publikum war schier aus dem Häuschen, auch Queen Victorias Prinzgemahl Albert zeigte sich ergriffen von dem Werk. Felix Mendelssohn Bartholdy hatte den Gipfel seiner Berühmtheit erreicht. Die Größe des Werks, die Intensität der musikalischen Textumsetzung, der Diskurs, den es immer wieder aufwirft, fasziniert Zuhörende wie Sängerinnen und Sänger bis heute.

"Mit Mendelssohns monumentalem Oratorium "Elias" beglückten sie das Publikum."

"Eine grandiose Aufführung, [...] deren Inhalt, der mitreißend umgesetzt und unter der souveränen Führung von Ziegler aus einem Konzert ein ergreifendes Erlebnis machte. Noch waren seine Hände nach dem Schlusschor nicht gesenkt, als der Applaus losbrauste und lange stehend andauerte."

(Zitate aus der Wetterauer Zeitung)



Wolfgang Amadeus Mozart
´Requiem´ (in der Fassung von Duncan Druce)

Da Mozart sein letztes Werk nicht selbst vollenden konnte, bot es schon immer Anlass zu Spekulationen, unterschiedlichen Vollendungen, Instrumentierungen oder Neuinterpretationen. Duncan Druce, britischer Violinist und Musikwissenschaftler, folgt in weiten Teilen der Handschrift Mozarts, redigiert die altbewährten Ergänzungen durch Mozarts Schüler Süßmayr, geht aber ab dem Lacrimosa durchaus eigene, neue Wege, die den Requiem-Kenner aufhorchen lassen werden. Als weitere Stücke werden Peteris Vasks „The Fruit of Silence“ nach einem Text von Mutter Teresa sowie Brahms „Geistliches Lied“, op. 30 zu hören sein.

"Aufführung auf hohem Niveau." 

"Andreas Ziegeler wusste die dunkle Grundstimmung ebenso musikalisch umzusetzen wie die Hoffnung auf das Leben. Souverän und äußerst präzise führte er Chor und Orchester, die Spannung konnte bis zuletzt gehalten werden. Der Chor glänzte durch seinen homogenen Klang und saubere Intonationen auf hohem Niveau, reagierte einfühlsam auf die jeweiligen Vorgaben des Dirigenten."

(Zitate aus der Butzbacher Zeitung)





Georg Friedrich Händel
´Ouvertüre in B-Dur´, ´Laudate Pueri´ und ´Coronation Anthems´

Unter anderem mit seiner eher selten aufgeführten frühen Vertonung des 112. Psalms, Laudate pueri Dominum, profilierte sich der junge Händel bei seinem Aufenthalt in Italien (1706 – 1710) als brillanter Komponist. Virtuose Sopranarien wechseln sich mit temperamentvollen Chorpassagen ab und treten in einen lebhaften Dialog miteinander.
Die auf Wunsch des zukünftigen Königs George II anlässlich seiner Krönung in der Westminster Abbey 1727 komponierten grandiosen Coronation Anthems schlugen ein wie eine Bombe und haben bis heute nichts an ihrer Beliebtheit verloren. Ein Teil ist Fußballfreunden bestens bekannt, hat man sich doch bei der Erkennungsmusik der Champions League bei einer der Hymnen, „Zadok the Priest“, bestens bedient.

" ´Pomp and circumstances´ - dieser vom britischen Komponisten Sir Edward Elgar stammende Titel hätte sehr wohl zu einem bemerkenswerten Konzert gepasst, das der KonzertChor Butzbach [...] zu Gehör brachte."

(Zitat aus der Butzbacher Zeitung)




Johann Christian Bach - ´Misere´ und ´Missa da Requiem´ (2017)

 

Robert Schumann - ´Messe & Requiem´ (2016)

 

Michael Tippett - ´A child of our time´ (2015)


Johann Sebastian Bach - ´Hohe Messe in h-moll´ (2014)


Georg Friedrich Händel - ´Israel in Äqypten´ (2013)


Charles Gounod - ´Mors et vita´ (2012)


Robert Schumann - Szenen aus´Goethes Faust´ (2011)


Antonin Dvorak - ´Messe D-Dur´ (2011)


Gestalter der Poster von 2011 bis 2017: Christian Grunewald, Dipl.-Des. (FH)


Flyer und Konzertplakate von 1990 bis 2010